Donnerstag, 9. Juli 2015

XLIII (21.06. - 05.07.15)

Eins vorne weg: Wir sind wieder gut zuhause angekommen! Aber nun alles der Reihe nach:
Herzlich Willkommen zurück... zum vorerst letzten, abschließenden Blogeintrag von Ala nou la!

Nach dem großen Erfolg unserer kleinen Sonderausgabe (weit über 600 Aufrufe seit dem Erscheinen) müssen wir heute den schweren Schritt gehen und den letzten Blogeintrag bezüglich unseres Auslandsjahres auf Mauritius schreiben. Wir bedanken uns von vorneherein bei allen Lesern und Interessenten und versprechen, hin und wieder Beiträge zu den von uns gesammelten Highlights zu schreiben. So kann es etwa eine Übersicht über typisch mauritische Werbeplakate geben oder auch Infos zu unserem Buch, sobald es die nächsten Hürden genommen hat!


Zeichnungen wie diese von Oorvashi zieren inzwischen unser Buch
Sandra (2.v.l.) und ihre Tochter Michelle fehlen Sarah bereits sehr

Wir holen also ein bisschen weiter aus, am 20.6., dem Tag an dem wir den zum letzten Mal von der Insel berichteten. Wir waren an diesem Tag in Floréal, um mit Oorvashi und Oswaldo am Buch zu arbeiten. Glücklicherweise kamen wir gut voran und konnten unsere gemeinsame Arbeit abschließen, sodass für die letzten Tage kein Stress mehr diesbezüglich aufkam. Abends hatten wir uns mit Sandra und Michelle verabredet. Die beiden Schweizerinnen sind über das gemeinsame Zumbatanzen gute Freundinnen von Sarah geworden. Wir trafen uns "chez Pepe" und quatschten stundenlang, obwohl Michelle eigentlich für ihr mauritisches Abitur hätte lernen müssen. Ein toller Abend! Danke :)

Damians Mutter kochte uns Vanillepudding
Am Sonntag den 21. waren wir zu Damian nach Hause eingeladen. Dieser wohnt sehr weit oben am Krater von Floréal, wo viele Villen stehen. Damian ist auch immer recht gut gekleidet, sodass wir vermuteten wir kämen jetzt zu einer sehr gut betuchten Familie. Pustekuchen! Mitten zwischen dreistöckigen Prunkschlössern und vielrädrigen Fuhrparks stand das einfache kleine Haus der Familie Razaze, einzuordnen irgendwo zwischen Oswaldos und Fredos Familie. Überrascht, aber auch erleichtert nahmen wir auf den Sofas zwischen Damians Kommunionskerze, dem Röhrenfernseher und der Manchester United-Uhr Platz. Arnold, Damians kleiner Hund, freute sich riesig über unseren Besuch und auch seine Eltern setzten sich zu uns und genossen den Besuch "aus der weiten Welt". Wir aßen vorzüglich und interviewten anschließend die gesamte Familie für weitere linguistische Forschungen. Anschließend machten wir uns auf den Weg zu Gerlinde nach La Preneuse. Unsere Verabschiedung fiel etwas länger aus, da sie extra Apfelstrudel gebacken hatte und wir uns weder von ihr noch von den Kätzchen Mimi und Pedro loseisen konnten.

Venus, Jupiter und Mond

Fabian, Damian und Oswaldo fanden Spaß an unseren Interviews
und wandten eine Stimmenverzerrungsapp an

Den Sonntagabend ließen wir dann bei Paola am Strand von Tamarin ausklingen. Sie feierte ihren Geburtstag mit einem Lagerfeuer und ihrer gesamten chinesischen Großfamilie. Auch hier führten wir noch einige Interviews, ließen aber auch die tolle Stimmung auf uns wirken als der auf Mauritius wie ein lächelnder Mund liegende Mond und die deutlich sichtbaren Venus und Jupiter im Meer untergingen.

Lagerfeuer in Tamarin
Am Dienstag fuhren wir frühmorgens in den Südosten, denn wir wollten unbedingt zur Ile aux Aigrettes übersetzen. Auf dem kleinen Eiland vor Mauritius versucht die Mauritian Wildlife Foundation seit einigen Jahren die endemischen Tiere und Pflanzen zu schützen und die Flora und Fauna vor der Kolonisierung der Insel zu simulieren. Das Wetter war gelinde gesagt bescheiden, sodass alle anderen außer uns ihre Termine absagten. Also fuhren wir zu zweit mit unserer Führerin hinüber und erlebten den Regenwald am eigenen Leib. 


Mangroven im Südosten
Die Ile aux Aigrettes ist eine Koralleninsel

Ein Bronze-Dodo in Lebensgröße steht im Aigrettes-Wald.
Man versucht bisher erfolglos den im 17. Jahrhundert ausgestorbenen Vogel zu klonen

Nass bis auf die Haut
Die riesigen Landschildkröten werden auf der Ile aux Aigrettes ausgewildert
Diese kleinen Schildkröten werden in 90 Jahren mal so groß sein wie die auf dem vorherigen Bild

Die rosa Taube gibt es nur auf Mauritius
Auch dieser Brillenvogel ist endemisch auf Mauritius

Trotz schlechten Wetters leuchtet das Meer türkisblau


Wir fuhren noch kurz an der Blue Bay vorbei,
um einen letzten Blick auf die beeindruckende Bucht zu werfen




Abends hieß es ein letztes Mal "All you can eat"-Pizza mit den Michels

Am Mittwoch trafen wir uns mit Ginette um Chili zu produzieren, das wir mit nach Deutschland genommen haben. Die geübte Köchin zeigte Sarah genau wie man Achard und Zitronenchili herstellt. Am Ende ergaben 2,5 Kilo 40 Portionen leckeres Mitbringsel für unsere Freunde.


So entsteht leckeres "Zasar" (Achard)

Die stolze Produktion!
Erlesene Handarbeit von Sarah
Giovi und Sarah kleben auch Etiketten
Am darauffolgenden Donnerstag traf sich Sarah mit Steffi und die beiden zauberten ein leckeres kreolisches Menü: Fischcurry aus einem Kapitänsfisch mit Reis und zum Nachtisch Kokosnuss-Pudding. Nach der Vorbereitung gingen die beiden zum Zumba. Für Sarah war es die letzte Tanzsstunde mit den Damen, die ihr so ans Herz gewachsen sind. Die Organisatorin Sarah versprach ihr den Platz für sie freizuhalten und alle verabschiedeten sich mit Glückwünschen und Küsschen.

Die Flic en Flac-Zumbatruppe
Als Magnus und Jens nach Hause kamen, war der Tisch schon gedeckt. Jens hatte auch selbstgebrautes Bier mitgebracht und wir verbrachten einen schönen feucht-fröhlichen Abend miteinander.

Steffi und Jens werden wir hoffentlich in München wiedertreffen
Da die Sonne am Freitag vom wolkenlosen Himmel lachte, verbrachten wir neben dem Kofferpacken die meiste Zeit am Strand. Monika lud uns zum Chillen ins Sofitel ein, wo wir ein letztes Mal den Luxus genießen konnten und in der Hängematte braten konnten. Beinahe hätte Magnus zum Abschluss noch einmal Fußball gespielt, doch die Jungs entschieden sich dafür auch ein wenig zusammen abzuhängen, zu quatschen und das gemeinsame Jahr Revue passieren zu lassen. Der Sport hat uns allen wirklich gut getan.

Amid gibt ein Interview neben seinem Friseursalon
Die 7 Kaskaden bleiben uns für immer im Gedächtnis

Wir planten für den Samstagvormittag mit Monika zur Teefabrik Bois Chéri zu fahren. Auf dem Weg fuhren wir bei Amid vorbei und Magnus ließ sich nochmal die Haare schneiden. Inklusive großzügigem Trinkgeld sparte er locker 10 € gegenüber einem Friseurbesuch in Deutschland. Außerdem war Amid auch noch zu einem Interview bereit. Weiter ging's über Henrietta und den Ausblick über die Wasserfälle und die Westküste zum Grand Bassin, wo wir uns von den Affen verabschieden konnten. Ein besonders witziges Exemplar wollte uns sogar ins Auto folgen und sich dort nach Leckereien umsehen. Zum Glück lenkten einige Hindus sie mit Opfergaben wie Bananen ab.



Mauritische Feldarbeit
Die Königin im Affenstaat...



Bann Zako!

Leider war nicht die richtige Jahreszeit, um die Teeproduktion von Bois Chéri in der Fabrik zu bestaunen, doch der Ausblick von der Terrasse des Restaurants entschädigte dafür. Wir probierten uns durch sämtliche Teesorten, aßen Kekse und ein Teechutney, genossen den Ausblick und eines unserer letzten schönen Gespräche mit Monika.


Monika lud uns zur Teedegustation ein

Just in diesem Moment brach die Teepyramide zusammen!



Oswaldo und Sarah entdecken die Deutschland-Schminke
Anschließend mussten wir uns weiter verabschieden. Im Viertel von Fredo mussten wir versprechen bald wiederzukommen, um sämtlichen Erstkommunionen, Hochzeiten und sonstigen Festivitäten beizuwohnen. Natürlich hoffen wir, unsere Versprechen halten zu können! Am Samstagabend kamen Oswaldo und Stéphane noch nach Flic en Flac und gingen mit uns in die Disko "Shotz". Leider war es nicht unser Klientel, aber dank unserer Freunde war es trotzdem ein schöner Abend... In der Nacht schlug das Wetter allerdings um, sodass unser letzter Tag im Paradies uns strömenden Regen parat hielt. Monika war sich sicher: Mauritius wollte uns den Abschied leichter machen! Und der Himmel weinte mit uns darüber, dass das schöne Jahr zu Ende ging.

Der Himmel weint über unseren Abschied
Den letzten Abend verbrachten wir also noch einmal in der angenehmen Gesellschaft von Monika, Eva und Thornton bei einem leckeren Fondue. Auch bei der Verabschiedung konnten wir noch nicht wirklich realisieren, dass am nächsten Morgen die Heimreise anstand...
Gegen Mitternacht waren die Koffer fertig gepackt und wir fielen in die Falle. Bereits 3 Stunden später klingelte der Wecker allerdings, wir machten klar Schiff und bereiten uns auf die Abreise vor. Monika stellte sich ebenfalls einen Alarm und stand um kurz vor 5 gemeinsam mit Merry vor unserer Tür. Schon wenige Minuten später hupte Fredo und er, Caroline, Naomi und Anne Laure halfen uns die Koffer ins Auto zu bringen. Die kleine Familie hatte uns zum Abschied extra eine Marienstatue besorgt, die bald unsere gemeinsame Wohnung zieren soll. Mit feuchten Augen verabschiedeten wir uns von Merry und Monika und fuhren im strömenden Regen mit lauter Segamusik, Anne Laures Gesang und unserem leichten Gewimmer in Richtung Flughafen. Dort verabschiedeten wir uns unter Tränen...

Fredo, Anne Laure, Caroline und Naomi winken zum Abschied
Was weiter geschah ist schon wieder fast unglaublich. Die Michels hatten sich ebenfalls frühmorgens auf den Weg gemacht. Stéphane hatte sich sogar frei genommen, um uns direkt am Flughafen zu verabschieden. Allerdings hatte das Auto um 5 Uhr morgens einen Defekt und die Jungs mussten es anschieben. Dabei fiel ihnen ein Platten auf. Unglaublich, aber wahr! Sie schoben den Pickup zur nächsten Tankstelle und füllten Luft nach. Dann ging es in voller Fahrt nach Plaisance. Auch Damian war zu unserer Freude dabei, sodass insgesamt 10 unserer mauritischen Freunde um 6 Uhr morgens "orevwar" sagten... Beim Gedanken daran fahren unsere Gefühle auch gerade wieder Achterbahn!

Jean Claude, Oswaldo, Giovi, Ginette, Stéphane und Damian sagten ebenfalls "Ale bye"
Nach kurzen Problemen am Ausreiseschalter, da die Verlängerung unseres Visums natürlich in keinem Computer vermerkt war, endete unser Mauritius-Abenteuer. Das Flugzeug hob ab und wir verschwanden in den Wolken. Zurück über den Indischen Ozean, die somalische Küste, das äthiopische Bergland, die sudanesische Wüste, den ägyptischen Nil, die griechischen Inseln, den Balkan, Ungarn und die österreichischen Alpen in den deutschen Luftraum. 

Als wir abhoben sahen wir nochmals die Ile aux Aigrettes

Grünes Äthiopien

Sahara

Wieder vereint in Deutschland! Natürlich beim...
Italiener!
Nach dem Zollbereich atmeten wir noch einmal tief durch und gingen nach draußen. Ab diesem Moment können wir uns an nichts mehr erinnern. Unsere Familien erwarteten uns sehnsüchtig, schlossen uns in die Arme und wir freuten sich genauso sehr wie wir! Auf dem Weg zurück von Frankfurt ins Ruhrgebiet machten wir noch halt in einem kleinen alten Städtchen. Dank des schönen Wetters, des schönen Städtchens und unserer lieben Familien fiel es uns gar nicht so schwer wieder in Deutschland zu sein. 







Das Nach-Hause-Kommen wurde uns wirklich leicht gemacht
Zurück in Deutschland ging alles ganz schnell. Wir wurden mit Plakaten empfangen, mit Fiege Pils, mit Döner, mit richtigem deutschen Sommer! Wir trafen unsere Familien und Freunde wieder, aus Babies wurden Kinder, aus Kindern junge Leute, aus jungen Leuten Erwachsene. Und doch blieb irgendwie alles gleich. Und ohne, dass wir irgendetwas geahnt hätten, organisierten unsere Familien für uns eine unglaubliche Überraschungsparty im Garten von Sarahs Eltern, dort wo wir uns vor genau einem Jahr von allen verabschiedet hatten. Runder kann man so ein Jahr nicht machen, glatter kann es nicht laufen, schöner konnte es nicht zu Ende gehen! Vielen Dank an Euch alle, dass Ihr euch für uns interessiert habt, uns geholfen habt, uns nicht vergessen habt und Teil unseres Abenteuers wart. MERSI BOKOU!

Bann-la koz kreol! 
Wieder richtiges Bier...

Alles wie immer!
Den heißesten Tag des letzten Jahres erlebten wir dann
doch in Deutschland 

Deutscher Sommer und mauritischer Winter im Vergleich

Die Willkommensparty ist euch geglückt!

Der Indische Ozean wurde etwas verkleinert, sodass er in die Gärten passt. 


12 Monate haben wir darauf warten müssen...
Endlich wieder richtiger Döner!


Sarahs Familie hat super Arbeit geleistet, sodass der kleine Julian
seine Sarah nicht vergessen hat!

Bis bald! Eure Sarah und euer Magnus!

Ena detrwa mo ki nou anvi dir an kreol ousi pou bann kamwad ki'nn get bann foto lor sa blog-la depi enn an, me ki pa'nn konpran nanye. Pena bokou pou konpran anfet, zis ki nou mari kontan zot lil, zot langaz ek zot mem. Mersi ki zot inn aksept nou dan zot lavi. Mersi ki zot inn fer nou kone ek kontan zot lil... Nou pe espere ki nou pa pou perdi kontak ek ki nou pou rezwenn bien vit! Salam!